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Mauerreste

KoSP
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Ort: Berlin Prenzlauer Berg
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17.10.2014

Es ging ja bereits durch die Presse: Am Spreeufer zwischen Eisfabrik und Schillingbrücke wurden erhaltene Stücke der Hinterlandsmauer und weitere Teile der ehemaligen Grenzbefestigungsanlagen der DDR „wiederentdeckt“. Die Stücke der Hinterlandsmauer stehen quer zum möglichen Uferweg. Steht hier der Denkmalschutz den weiteren Spreeuferplanungen im wahrsten Sinne des Wortes im Wege? Was soll mit den Mauerresten geschehen?

Dazu hier zwei Presseartikel vom August 2014:

Berliner Zeitung, 04.08.2014: „Ein weiteres Stück Mauer ist gefährdet“
http://www.berliner-zeitung.de/b...

Der Tagesspiegel, 05.08.2014, „Hilfe, unsere Mauer kommt weg“
http://www.tagesspiegel.de/berli...

Stadtbär
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03.01.2015

Die Reste der Grenzanlagen sollten unbedingt erhalten und angemessen inszeniert werden. Vielleicht finden sich ja doch Wege Denkmalschutz und barrierefreien Uferweg zu verbinden? Können die Hindernisse umgangen werden?

-Teile der Mauer "rausschneiden"
-Mauer "aufklappen" und originale Position durch einen Rahmen/Tor markieren
-Mauer teilweise im Boden "versenken" und den Weg oben drüber führen (Rampen für Barrierefreiheit)

KoSP
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Ort: Berlin Prenzlauer Berg
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Beigetreten:
17.10.2014

Das Stadtplanungsamt führte bereits erste Gespräche mit den Denkmalbehörden, um an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten. Ziel ist, die Elemente der Grenzsicherungsanlagen bei der künftigen Gestaltung des Spreeuferwegs einzubinden. Dies betrifft auch die Möglichkeit einer Durchwegung im Bereich der Hinterlandsmauer an der Eisfabrik.

Robin
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Ort: Bewohner Spreefeld, Mitglied Spreeacker
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11.12.2014

Es ist eine einmalige Chance, in diesem Bereich die ehemalige Grenzanlage mit den verschiedenen Bereichen zwischen Vorderland- und Hinterlandmauer verstehbar, erlebbar zu machen. Dies kann mit Infotafeln geschehen, es könnte ein pädagogischer Pfad sein, der durch die verschiedenen Bereiche führt. Hier sollte man mit einem Museum oder der Mauergedenkstätte zusammenarbeiten.

Niko Rollmann
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Beigetreten:
12.01.2015

Es wäre sehr schon, wenn der Uferbereich an der Köpenicker Straße im jetzigen Zustand erhalten bleibt bzw. nur sehr behutsam (also konservatorisch) verändert wird. Mit den Resten der DDR-Grenzbefestigung und der fast schon legendären "Teepee Land"-Siedlung befindet sich hier ein einmaliges Ensemble, das unbedingt zu konservieren ist. Leider ist es ja sehr oft so, dass die Entscheidungen hinter verschlossenen Türen fallen, die Interessen der Bürger vor Ort nicht respektiert werden und Denkmalwürdiges zerstört oder in seiner Substanz reduziert wird. Ein typisches Beispiel dafür findet sich auf der anderen Seite der Spree - wo man "mal eben so" Teile der East Side Gallery zerstört hat.

Edu
Ort: Berlin
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Beigetreten:
31.01.2015

Die Mauer sollte aber 25 Jahre nach ihrem Fall nicht immer noch im Weg für die Fortgestaltung unserer Stadt stehen. Wo möglich sollte man durchaus Teile integrieren und den historischen Rahmen schaffen. Wo sie stört, muss sie eben weg. Es gibt ja schon genug Orte in Berlin, an denen dir Mauer immer noch erlebbar ist. Es muss ja nicht unbedingt hier sein.
@ Niko Rollmann: das Teepee-Land ist zwar ein Touristenmagnet aber nun mal nicht für jeden etwas. Es sollte sich an die sich wandelnde Umgebung anpassen. Stadtbilder zu "konservieren" gefällt mir nicht.

Rollmann

Kurz zum Kommentar von "Edu": Die internationale Fachwelt ist sich im Grunde einig, dass die Gedenkkultur der Mauer eine endlose Kette von Versäumnissen darstellt. Als Dozent, der oft mit Seminargruppen und Schülern im Stadtraum unterwegs ist, erlebe ich immer wieder, dass die Berliner Mauer für jüngere Menschen kaum noch nachvollziehbar ist.Dass Sie tatsächlich dafür plädieren, dass man die minimale Substanz, die noch vorhanden ist, nun auch noch zerstören soll (falls sie "stört"), ist an Geschichtsverdrängung, politischer Blindheit und Borniertheit kaum noch zu überbieten. Was das Teepee Land betrifft: Ich und viele meiner Bekannten gehören zu seinen Unterstützern - und wir sind keine Touristen! Und was meinen Sie mit "Anpassung"? Den üblichen "Stadtumbau von oben"?

JLFrank

Das ganze Gebiet mit Mauerresten und Teepeeland sollten behalten werden: Es gibt wenige Ort übrig, wo man ein alternatives Lebenprojekt führen kann. Da ist Berlin eine Ausnahme. Ich finde, dass es wunderbar ist, dass man noch einen Ort wie Teepeeland in einer Großstadt haben kann: Die Eisfabrik daneben wurde von Leuten ausgestattet und wird jetzt bewohnt. Im Sommer gehen viele Leute da, um die Sonnenuntergang auf dem Fernsehturm anzuschauen. Das bringt natürlich kein Geld an der Stadt und das ist ihre Problem, genauso ist mit der Geschichte - trotz der Widerstand des Volks wurde es erlaubt hinter der East Side Galerie zu bauen.

Natürlich sollte etwas mit den Mauerresten gemacht werden, damit alle Leute einen Zugang dazu haben; die Leute, die hier zu leben versuchen sollten auch das Recht haben zu bleiben.

Es muss aussgeschlossen sein, dass das Gebiet privatisiert wird. Die Spreeufer gehören allen. Wir wollen uns an der Geschichte erinnern und die Mauer als Symbol behalten, aber keine neue Mauer aufbauen!